Campy-Präv

Als Hauptübertragungsweg für das Bakterium Campylobacter gelten frisches Schweine- und Geflügelfleisch. Nach einer Studie der EFSA aus dem Jahre 2007 waren bis zu 80 % des frischen Geflügelfleisches mit Campylobacter kontaminiert. Dabei ist problematisch, dass bereits kleine Mengen der Bakterien eine Lebensmittelvergiftung auslösen können.  Ziel des Projektes Campy-Präv ist die Entwicklung einer Strategie zur Bekämpfung von Campylobacter als Alternative zum Einsatz von Antibiotika im Tierstall.

Ein großes Problem bei der Behandlung mit Antibiotika ist die Entwicklung von Resistenzen, wodurch Antibiotika wirkungslos werden. Einen innovativen und gleichzeitig antibiotikafreien Ansatz stellt das vorgeschlagene Projekt dar, die Bekämpfung von Bakterien mit ihren natürlichen Feinden, den Bakteriophagen. Der Umfang dieser Strategie erstreckt sich im Gegensatz zur Verabreichung von Antibiotika von der Primärproduktion, über den Schlachtprozess, die Verpackung, bis hin zum Verkauf an den Endverbraucher.

Die Bekämpfung von Campylobacter stellt sowohl Lebensmittelproduzenten wie auch die Überwachung vor bisher nahezu aussichtslose Probleme. Neben der finalen Verabreichung von Antibiotika sind keine präventiven Ansätze vorhanden, um die steigende Anzahl von Lebensmittelinfektionen zu minimieren. Der wirtschaftliche Schaden aller Beteiligten wie auch die biologischen Missverhältnisse (Resistenzen) sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Unter Zuhilfenahme biotechnologischer Verfahren können Bakteriophagen im großen Maßstab produziert werden, um diese Lücke zu schließen. Als Produkt dieser Querschnittstechnologie werden dabei gleichzeitig ökonomische Effekte auf Erzeuger- (weniger Medikamenteneinsatz) wie auch Vertriebs- (Ausschussware) und Verbraucherebene (weniger Lebensmittelinfektionen) erzielt. Somit hat dieses Erzeugnis innovativen Charakter auf regionale, überregionalen wie auch internationalen Märkten.

Die PTC Phage Technology Center GmbH, seit 2008 im Kompetenzzentrum ansässig, wird die Produktentwicklung, also die Entwicklung eines gegen Campylobacterbakterien wirkenden Bakteriophagencocktails, durchführen. Bisher hat sich die PTC auf die Bekämpfung von Salmonellenbakterien beschränkt und einen spezifisch wirkenden Bakteriophagencocktail entwickelt. Die QHP Life Science GmbH, als Analytikdienstleister seit 2007 im Kompetenzzentrum ansässig, wird dabei die Entwicklung einer Schnellnachweismethode übernehmen. Koordiniert wird das Projekt durch die Bio-Security Management GmbH. Die  Zielgruppen für die Umsetzung des Vorhabens sind gleichermaßen Akteure aus dem Geflügel- und Schweinefleischsektor.

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